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Mastkaninchen |
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Nach den Meldungen über Schweinepest, BSE und Maul- und Klauenseuche weichen die Verbraucher immer öfter auch auf Kaninchenfleisch aus. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch 1995 bei 0,3 Kilogramm im Jahr, so verzehrten die Deutschen 2001 bereits zwischen 0,5 und 0,6 Kilogramm Kaninchenfleisch. Das ist eine Steigerung von 100 Prozent. Somit werden mehr als 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch jährlich in Deutschland gegessen. Der Großteil des Fleisches wird in Deutschland produziert - 33.000 Tonnen. Insgesamt werden für den deutschen Markt jährlich circa 30 Millionen Tiere geschlachtet. |
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Mastkaninchen: Eingesperrt im DrahtverliesVereinzelt halten Landwirte kleinere Kaninchenbestände nebenher. Immer häufiger werden jedoch auch mehretagige Batteriekäfige eingesetzt. Vier bis sechs Mastkaninchen vegetieren in einem Drahtverlies dahin. |
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Verletzte Pfoten und BallengeschwüreIn der beengten Haltung auf Drahtböden sind die bewegungsfreudigen Tiere nahezu zur Bewegungsunfähigkeit verdammt. Hoppeln, Sprünge, „Männchenmachen“ sind nicht möglich. Die Folge sind schmerzhafte Wirbelsäulenverkrümmungen, Gelenkprobleme sowie Pfotenverletzungen und Ballengeschwüre. |
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WurfmaschinenDie sprichwörtliche Vermehrungsrate der Kaninchen ausnutzend, werden die weiblichen Tiere (Zibben) unmittelbar nach der Geburt erneut gedeckt, so dass sie alle vier bis sechs Wochen Junge „produzieren“. Der hohe Reproduktionsrhythmus belastet die Tiere enorm. Die Folge ist eine hohe Todesrate. Die Tiere leben einzeln in Käfigen mit Wurfkisten. Da sich die Zibbe nie von ihren Jungen zurückziehen kann, wird die normale Mutter-Kind-Beziehung gestört. Im Extremfall fressen die Mütter ihre eigenen Jungen auf. Während der Tragezeit leiden die einzeln gehaltenen Zibben unter Einsamkeit und Langeweile. |
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Krank durch falsche FütterungUm das Mastgewicht schneller zu erreichen, erhalten die Kaninchen vorwiegend nährstoffreiches Trockenfutter, das in Pellets gepresst ist. Dies führt zu massiven Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen, den häufigsten Todesursachen bei Kaninchen.
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VerhaltensstörungenDie Kaninchen leiden an Platzmangel und fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten in der strukturlosen Umgebung. Dadurch entstehen massive Verhaltensstörungen: Aggressive Auseinandersetzungen, Gitternagen, Schwanzbeißen, endloses Kreisen um die eigene Körperachse, plötzliche Aktivitätsschübe und Unruhe sind die sichtbaren Folgen der tierquälerischen Haltung. |
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Artgerechte Kaninchenhaltung - aber wie? Kaninchen sind sozial lebende Tiere, die in selbstgebauten Höhlen in Familiengruppen von zwei bis fünf Zibben und einem Bock leben. Gemeinsames Ruhen, soziale Körperpflege, Springen, Laufen und häufige Nahrungsaufnahme bestimmen den Tagesrhythmus. Kaninchen nehmen unter natürlichen Bedingungen mit 60 bis 90 Mahlzeiten pro Tag vorwiegend ballaststoffreiche Nahrung wie z.B. Heu, Gras, Stroh zu sich. Kaninchen können auch unter gewerblichen Bedingungen artgerecht gehalten werden. |
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Das bedeutet: - Gruppenhaltung im Stall mit Weideauslauf für mehrere Zibben und einen Bock
- reduzierte Besatzdichte, die zusammenhängende Hoppelsprünge ermöglicht
- eingestreute und strukturierte Umgebung mit Fress-, Ruhe- und Aufenthaltsbereich, Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeiten; für Zibben und die Jungen zusätzlich ein Nestbereich mit Nestboxen und Nestmaterial und einem speziellen Jungenbereich
- Artgemäße Fütterung mit Heu, Grünfutter, Obst und Gemüse
- Objekte zum Benagen wie Äste, Rindenstück etc.
Derzeit werden solche Haltungssysteme für Kaninchen bereits z.T. in der Schweiz eingesetzt. In Deutschland gibt es vergleichbare Haltungssysteme in größerem Stil bisher nicht. Das muss sich ändern.
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