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Anholter Bärenwald®

Chronologie der Ereignisse

 
 

In Zusammenarbeit mit seinem Kooperationspartner, der International Bear Federation (IBF), konnte der Deutsche Tierschutzbund 1999 die Verantwortung für drei Braunbären und sechs Kragenbären aus einem hessischen Tierpark übernehmen und die Bären damit vor der drohenden Einschläferung bewahren.
 

Jahrzehntelange Haltung in Betongräben

Bis zur Vertragsunterzeichnung waren die Bären in der „Schlitzerländer Tierfreiheit“, einem kleinen privat geführten Tierpark in Hessen (Kreis Vogelsberg), untergebracht. Die dortige Haltung und unkontrollierte Zucht von Großbären wurde von Tierschützern seit Jahren kritisiert. Zu zweit oder dritt waren die Bären in einem Betongraben von etwa 40 m² untergebracht. Lediglich einige gestapelte Baumstämme sollten ihnen zur Beschäftigung dienen. Es gab keinen Unterstand, der sie vor Regen geschützt hätte. Gefüttert wurden die Tiere offenbar nur sporadisch - je nach Finanzlage der Tierparkbetreiberin. Bis zu 29 Jahren hatten die Braunbären unter diesen Bedingungen ausgeharrt. Die Tiere waren abgemagert und zeigten deutliche Verhaltensauffälligkeiten. Keines der Tiere hat jemals die Freiheit gesehen. Ende 1998 meldete der Tierpark Konkurs an.
 
Das zuständige Veterinäramt entschied 1999 die Bären einzuschläfern, um den Tieren weitere Leiden zu ersparen. Kurze Zeit später erfuhr die IBF von diesem Vorgang. Aufgrund einer unverzüglich eingeleiteten organisierten Hilfsaktion zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund konnte die Einschläferung sprichwörtlich in letzter Minute verhindert werden, denn der Tierarzt, der die Einschläferung vornehmen sollte, war bereits vor Ort.
 
Die Betreiberin des Tierparks übergab auf Druck des Veterinäramtes schließlich die Bären in die Obhut der IBF, die sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund vertraglich verpflichtet hat, für das Wohl der Tiere aufzukommen.

 
 

1999 - Erstversorgung mit großem Aufwand

Die Tierschützer begannen mit der Versorgung der Tiere. Helfer reinigten die Betonverliese, besorgten Stroh und konstruierten Höhlen, damit sich die Bären zurückziehen konnten. Ab sofort wurden die Bären auch regelmäßig gefüttert. Sie brauchten riesige Rationen, um wieder aufgepäppelt zu werden.

Unerwarteter Nachwuchs

Wenige Tage nach dem Start der Rettungsaktion verweigerte die Kragenbärdame das Futter. Sie schien apathisch und die Bärenfreunde waren besorgt. Der herbeigerufene Tierarzt konnte sie jedoch rasch beruhigen: Und kurze Zeit später waren es nicht mehr sieben, sondern neun Bären, die versorgt werden mussten. Serenus und Charlottus waren geboren.

Suche nach einer neuen Bleibe

Auf der Suche nach einer besseren Unterbringungsmöglichkeit für die Bären kamen der Deutsche Tierschutzbund und die IBF - nach zähen Verhandlungen mit verschiedenen Einrichtungen - in Kontakt mit Carl-Phillipp Fürst zu Salm-Salm.
 
Der Fürst betreibt am Niederrhein nicht weit von Emmerich den "Biotopwildpark Anholter Schweiz". Als er von der Leidensgeschichte der Bären erfuhr, war er sofort bereit, ein 2,5 Hektar großes Waldgelände innerhalb des Biotopwildparkes zur Verfügung zu stellen: In dem teilweise über 150 Jahre alten Baumbestand haben die Bären nun ein neues Zuhause gefunden.

 
 

2000 - Gestaltung der neuen Gehege


Mit viel Aufwand, unter Beteiligung von Wildtierexperten wurden ein großes Kragenbärengehege (etwa 15.000 qm) und ein Braunbärengehege (etwa 10.000 qm) errichtet. 
 
Zum Vergleich: das im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstellte Gutachten zur Haltung von Säugetieren schreibt für die Haltung von ein bis zwei Bären lediglich eine Fläche von 150 qm vor.
 
In den neuen Gehegen haben die Bären ausreichend Platz, um ihrem Spiel- und Erkundungsverhalten nachzukommen. Jeder Bär hat eine eigene Schlafbox und Bäume zum Klettern. Vor allem die Kragenbären nutzen diese Möglichkeit ausgiebig. Hügel als Aussichtsplattformen, Teiche zum baden und Höhlen als Rückzugsmöglichkeiten runden die Gehege ab.
 

Einzug der ersten Bären

Am 12. Januar 2000 wurden zunächst die sechs Kragenbären zum Anholter Bärenwald transportiert. Anfang Februar folgten die drei Braunbären. Für den Transport der Bären war es notwendig, die Tiere zuvor zu narkotisieren. Hierbei war ein auf solche Fälle spezialisierter Tierarzt vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin behilflich.

Gute Betreuung

Für die Betreuung der Bären wurde eine Tierpflegerin eingestellt, die seitdem mit großem Engagement das Leben der Bären betreut und bereichert, beispielsweise indem sie das Futter der Bären auf dem Gelände versteckt, damit erst gar keine Langeweile bei den Tieren aufkommt.
 
Um die Braunbärenhaltung zu bereichern hatte man zunächst versucht, die Tiere gemeinsam mit den im Tierpark vorhandenen Wölfen zu halten. Leider musste dieser Versuch aufgegeben werden. Für die Wölfe wurde daraufhin ein neues großzügiges Gehege gebaut. Braunbären und Wölfe leben jetzt in benachbarten Anlagen.

 
 

2003 - Die offizielle Eröffnung

Nachdem die offizielle Eröffnung des Anholter Bärenwaldes - unter anderem aufgrund der grassierenden Maul- und Klauenseuche - mehrmals verschoben werden musste, konnten wir am 14. Juni 2003 im Beisein der damaligen, für den Tierschutz zuständigen, nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn, offiziell die Eröffnung des Anholter Bärenwaldes feiern.

Weitere Bären können umziehen

Im Jahr 2003 hatte das Veterinäramt Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) den Deutschen Tierschutzbund um Hilfe gebeten. Die Tierhaltungen im Tierpark Geltow  entsprachen nicht den rechtlichen Anforderungen (beispielsweise dem Säugetiergutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus dem Jahr 1996). Der Verschleiß der Anlage war so weit fortgeschritten, dass die sich dadurch verschlechternden Haltungsbedingungen von der Behörde nicht mehr geduldet werden konnten.
 
Zwar wurden in einigen Tierhaltungen zwischenzeitlich Verbesserungen vorgenommen, ungelöst blieb jedochdie Haltung zweier Braunbärweibchen, deren Alter auf 12 Jahre geschätzt wurde. Sie lebten in einem etwa 60 qm großen Käfig. Diese beiden Bären Pexi und Bensi wurden am 17. Juli 2003 von Geltow nach Anholt transportiert, wo sie am 18. Juli 2003 erstmals in ihrem Leben Erde unter ihren Tatzen spüren konnten.

 
 

2008 - Zwei neue Braunbärweibchen ziehen ein

Zwei 16jährige Braunbärweibchen, die im Tierpark Suhl nicht tiergerecht untergebracht waren, konnten am 19. März 2008 in den Anholter Bärenwald umziehen. Nach 8-stündiger Nachtfahrt trafen sie wohl behalten dort ein - und begannen sogleich, das Übergangsgehege zu erkunden, in dem während der Eingewöhnungsphase leben.

 
 

Die Bären heute


Die Braunbärin Bensi, die seit 2000 in Anholt lebt, wurde schätzungsweise im Jahr 1990 geboren.
 
Die beiden Braunbär-Weibchen, die wir aus dem Tierparkt Suhl übernommen haben, kamen 1992 zur Welt.
 
Bei den Kragenbären handelt es sich um die beiden Männchen Speedy (*1991) und Balu (*1996), um die zwei Weibchen Fix und Foxi (beide *1989) und um die beiden Söhne von Foxi und Speedy, Serenus und Charlottus, die 1999 in Schlitz geboren wurden.
 
 

Hilfe für die Bären

Die Rettung der Bären verursacht Kosten, für die es keine staatlichen Hilfen gibt. Der Deutsche Tierschutzbund e.V und der IBF sind daher dringend auf Spenden angewiesen.

  • Um den Anholter Bärenwald im Biotopwildpark Anholter Schweiz für die Bären zu gestalten, wurden bereits eine enorme Summe aufgewendet.

  • Auch der tägliche Unterhalt der Bären ist im Vergleich zu anderen Tieren sehr kostenintensiv.

  • Zur optimalen Betreuung gehören auch ein Biologe und der Tierarzt. 

  • Der Anholter Bärenwald besteht zurzeit aus 2,5 Hektar Waldgelände. Sie können eine Patenschaft für eine Parzelle des Anholter Bärenwaldes übernehmen. So werden Sie schon bei einem Ihrer nächsten Besuche Ihren Namen auf einer Patentafel am Eingang des Parks finden. Wenn Sie eine Patenschaft übernehmen möchten, wenden Sie sich bitte an die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes, Tel. 0228 / 60 49 60.

 

 
 

Spendenkonto

Um in Not geratenen Bären dauerhaft zu helfen, sind dringend weitere Spenden nötig.
 
Wer den Bären helfen möchte, kann spenden auf das
Konto des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
Nr. 40 444
Sparkasse KölnBonn
BLZ 370 501 98,
Stichwort: Bärenwald
(Bitte unbedingt angeben).

Jede Spende hilft, den Bären auch zukünftig eine tiergerechte Unterbringung zu sichern.
 
Gerne können Sie auch online spenden.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Anholter Bärenwal - Öffnungszeiten
 
Downloads
Kurzinformation zum Anholter Bärenwald® (Stand Januar 2005) - pdf
 
Weiterführende Links
Anholter Bärenwald
"Biotopwildpark Anholter Schweiz"
 
 

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