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Pressemeldung Januar 2010 |
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22.01.10Deutscher Tierschutzbund protestiert gegen weitere Eingriffe in Kormoran-Bestände Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Mecklenburg-Vorpommern kritisieren die jüngst bekannt gewordenen Pläne des Ministers für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, in neun von insgesamt 14 Kormoran-Kolonien eingreifen zu wollen. So sollen die Tiere unter anderem mittels Laserpointern von ihren Nestern vertrieben werden.
„Die geplanten Maßnahmen stellen einen empfindlichen und unnötigen Eingriff in bestehende Kormoran-Kolonien dar. Gegen diese tierschutzwidrigen Vergrämungsmethoden und mögliche zusätzliche Abschüsse protestieren wir deshalb mit aller Schärfe", teilte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, dem auch für den Tierschutz zuständigen Landesminister Backhaus mit. Derartige Aktionen seien zudem kein geeignetes Mittel für eine Bestandsreduzierung, so Apel weiter. Anstatt auf den Einsatz hochproblematischer Mittel wie Lasergewehre zu setzen, sollte das Ministerium vorrangig passive, natur- und tierschutzgerechte Abwehrmaßnahmen anwenden.
Fischer und Angler machen seit vielen Jahren das vermehrte Auftreten des Kormorans für wirtschaftliche Einbußen in der Fischerei verantwortlich. Dabei kann eine Gefährdung bestimmter Fischarten nicht einseitig dieser Vogelart angelastet werden. „Vielmehr sind zum Beispiel die intensive Bewirtschaftung der Gewässer sowie Gewässerverbau die wesentlichen Gründe, die zu Problemen in der Fischwirtschaft führen", erklärte Apel. Es sei an der Zeit, die Kormorane als natürlichen Bestandteil der Gewässerökologie anzusehen. Darüber hinaus seien aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes einseitige Zugeständnisse an Lobbyvertreter der Jagd- und Anglerzunft politisch fragwürdig. Dies habe man dem Minister auch schriftlich mitgeteilt.
Die Tierschützer erinnern in diesem Zusammenhang auch an die tierschutzwidrige Tötungsaktion im Anklamer Stadtbruch im Juli 2005, bei der mehr als 6000 Kormorane in ihren Nestern abgeschossen wurden. Ziel damals wie heute sei es, die Tiere, die als Gefahr für die Fischbestände angesehen werden, an der weiteren Vermehrung zu hindern. Statt der Vertreibung der Kormorane schlägt der Deutsche Tierschutzbund vor, die Lebensräume bedrohter Fischarten zu verbessern und Fischzuchtanlagen mit passiven Abwehrmaßnahmen zu schützen. Sowohl für Fische als auch für Kormorane müssten langfristig gute Lebensbedingungen geschaffen werden.
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