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Pressemeldung Mai 2009 |
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29.05.09Deutscher Tierschutzbund begrüßt die Auflösung des olympischen Reitkaders als ersten Schritt gegen den DopingsumpfDer Deutsche Tierschutzbund begrüßt nach dem Geständnis Beerbaums und den neuerlichen Manipulationsvorwürfen den Beschluss der Reiterlichen Vereinigung, die Nationalmannschafts-Kader aufzulösen. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „In zahlreichen Schreiben haben wir die Reiterliche Vereinigung aufgefordert, ohne Wenn und Aber gegen Dopingsünder und Manipulationen im Reitsport vorzugehen. Wir erwarten, dass nun weitere konsequente Schritte eingeleitet werden, um den Dopingsumpf im Reitsport endlich trocken zu legen." Die Vorwürfe im Fall Kutscher gingen sogar über die reine Dopingproblematik hinaus.
Erlaubt ist, was nicht gefunden wird. „Das sind Äußerungen von Springreiter Ludger Beerbaum über seine bisherige Haltung, die belegen, dass offensichtlich ausschließlich auf Sieg geritten wird und das Tierwohl nur eine untergeordnete Rolle spielt", gibt Apel zu bedenken. „In sofern ist es richtig, dass nun endlich gehandelt wird und Ludger Beerbaum für Nationenpreise bis auf Weiteres ausgeschlossen wird ", so Apel.
Erst Anfang Mai erhob DER SPIEGEL neue Vorwürfe gegen Marco Kutscher. Danach soll seinem Pferd, das sich bei den Olympischen Spielen in Hongkong bereits im ersten Umlauf des Nationenpreises sichtlich überfordert präsentierte, ein Präparat zur Anregung des Stoffwechsels gespritzt worden sein. Auf diese Behandlung hin erlitt das Tier einen Schwächeanfall. Dennoch wurde es am nächsten Tag in den zweiten Umlauf geschickt, den es nur mit hoher Fehleranzahl und unter Widerstand absolvierte. Über die Frage hinaus, ob hier ein Pferd entgegen der Regeln mit einem Aufbaupräparat behandelt wurde, sei es ein Skandal, wenn ein Tier nach so einem Vorfall noch einmal in den Parcour geschickt werde, kritisieren die Tierschützer. Inzwischen ermittelt die Reiterliche Vereinigung (FN) in einem weiteren Medikationsfall bei den Olympischen Spielen. Doping allein sei kein Kavaliersdelikt, doch dieser Vorfall - mit einem Pferd zu starten, das auf eine Behandlung hin einknickt - erreiche eine neue Dimension.
Schon unter den üblichen Bedingungen werden die Turnierpferde bis zum Äußersten, eben oft über ihre natürliche Leistungsgrenze hinweg, gefordert. „Das aktuelle Geschehen beweise erneut, dass der menschliche Medaillenehrgeiz unerbittlich auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird. Konsequent wäre, dass Dopingsünder dauerhaft von allen Turnieren ausgeschlossen werden", kommentiert Apel. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert seit Jahren, dass die Pferde im Hochleistungssport überfordert werden und tritt für eine Verschärfung der Dopingkontrollen sowie deren Ahndung in allen Bereichen des Pferdesportes ein. Die Reiterliche Vereinigung müsse zudem dafür Sorge tragen, dass auch die viel zu hohen Anforderungen an die Pferde drastisch reduziert werden.
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