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Pressemeldung März 2008

 
 

11.03.08

Blutige Massaker im Eis: Kanadier starten erneut Robbenmord

Gestern hat das kanadische Fischereiministerium für dieses Frühjahr wieder die Fangquoten für Hunderttausende Robben bekannt gegeben. Bis zu 275.000 Tiere sollen demnach getötet werden. Argumentiert wird mit den angeblich hohen Beständen. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die Tötung und macht auf die langfristige Bedrohung der Tiere durch den Klimawandel aufmerksam. Offizieller Beginn der Jagdsaison wird noch in den nächsten Wochen verkündet werden. Die Tiere werden auf grausame Weise getötet, obwohl keinerlei „ökologische Notwendigkeit“ besteht, die Bestände zu reduzieren. Auch auf das Fleisch als Nahrungsquelle ist niemand angewiesen. Für Robbenprodukte besteht bisher nur in Belgien, den Niederlanden und Slowenien ein Importverbot.
 
„Die Robben werden brutal getötet, weil sie angeblich der Fischerei Konkurrenz machen. Das ist ein vorgeschobenes Argument, um die skrupellose Geschäftemacherei zu rechtfertigen. Zahlreiche Wissenschaftler bestätigen jedoch, dass die Fischereiindustrie durch rücksichtslose Plünderung der Meere für den bedrohlichen Rückgang des Fischreichtums verantwortlich ist“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er ruft zum Protest und Reiseboykott gegen Kanada auf.
 
Das Erschlagen mit Knüppeln oder der Abschuss der Tiere sind mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik“, einen Schlag auf den Hinterkopf. Der Schädelknochen soll brechen und das Tier so bewusstlos werden. Unerfahrene Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Danach wird die Spitze des „Hakapiks“ tief ins Gehirn getrieben. Es kommt vor, dass die Tiere nicht tot sind, wenn sie enthäutet werden. 275.000 Sattelrobben sowie 8.200 Klappmützen wurden von der kanadischen Regierung für dieses grausame Abschlachten dieses Jahr freigegeben.
 
Die Sattelrobben finden sich alljährlich im Frühjahr auf dem Eis vor den Küsten Labradors und Neufundlands, dem St.-Lorenz-Golf, sowie auf dem Grönländischen Meer zusammen und gebären dort ihre Jungen. Hier werden sie zur leichten Beute des Menschen, da sie kaum versuchen zu fliehen. Hauptsächlich werden Robben zwischen 1 und 3,5 Monaten getötet.
 
Der Deutsche Tierschutzbund ruft die Bevölkerung dazu auf, gegen die geplanten Massaker zu protestieren und die Bundesregierung aufzufordern, endlich dem einstimmigen Beschluss des Bundestages nach einem Handelsverbot mit Robbenprodukten nachkommen. Mit seiner Kampagne „Pelz tötet“ klärt der Deutsche Tierschutzbund unter anderem darüber auf, dass der Kauf von Pelz-Besatz an Schuhen und Jacken den Tod von Millionen Pelztieren, u. a. Robben, zur Folge hat.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Robbenjagd
Kampagne: Protest gegen Robbenjagd
Kampagne: Pelz tötet
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